Yayoi Kusamas Werk Nets Infinity in der 25 Ausstellung im MUCA München erleben

Yayoi Kusama in der MUCA München Ausstellung

Wer ist Yayoi Kusama?

Yayoi Kusama wurde 1929 in der japanischen Präfektur Nagano geboren. Kusama, die als eine der einflussreichsten lebenden Künstlerinnen gilt, wurde in den 1960er Jahren bekannt, als sie sich der Pop-Art-Bewegung in New York anschloss.

Bereits im Alter von zehn Jahren entdeckte sie Punkte und Netze für sich als Mal-Motive, die später zu ihrem Markenzeichen wurden, und erschuf schon Gemälde in Aquarell, Pastell und Öl.

Ab 1957 bis Anfang der 70er Jahre lebte sie in den Vereinigten Staaten. Hier begann sie große Gemälde, Skulpturen und Umgebungsskulpturen mit Spiegeln und elektrischem Licht auszustellen. In den späten 1960er Jahren organisierte sie zahlreiche Happenings, wie Bodypainting-Festivals, Modenschauen und Antikriegsdemonstrationen, in New York, Holland und Rom. Sie entwarf die sogenannte Kusama Kleidung, die überall in den USA in Läden angeboten wurde und eröffnete 1969 ihre eigene Boutique. Weiterhin produzierte sie Filme und veröffentlichte Zeitungen. 1968 gewann ihr Film „Kusama’s Self-Obliteration“ mehrere internationale Preise, unter anderem beim Vierten Internationalen Experimentalfilmwettbewerb in Belgien.

1973 kehrte sie nach Japan zurück. Sie produzierte weiterhin unermüdlich Kunstwerke und stellte sie aus, veröffentlichte aber darüber hinaus eine Reihe von Romanen und Anthologien.

Kusamas Werke befinden sich weltweit in zahlreichen Institutionen, darunter das MOMA in New York, die Tate Modern in London, das Centre Pompidou in Paris und das National Museum of Art in Osaka.

Wie arbeitet Kusama?

Kusamas Werk umfasst eine Vielzahl künstlerischer Praktiken, die von Malerei über Performancekunst, Installation, Literatur, Skulptur, Film, Collage bis hin zu Druckgrafik reicht.

Das Werk „Nets Infinity“ von 1997 ist Teil der Gemäldeserie „Infinity Net Paintings“, die in den späten 1950er Jahren entstand, als sie in die USA ging. Diese obsessiven, prozessorientierten Gemälde sind ein Beispiel für Kusamas ständige Auseinandersetzung mit Punktmustern. Die sich wiederholende Arbeitsweise wirkte wie eine kathartische Linderung ihrer Halluzinationen, die sich schon in jungen Jahren bei ihr entwickelt hatten. Das Punktmotiv zieht sich durch Kusamas gesamte Laufbahn und führte schließlich zu den Installationen im Infinity Room, für die sie heute berühmt ist.

1994 beginnt sie mit der Schaffung von Skulpturen im Freiraum. Es entstanden Skulpturen beispielsweise für das Fukuoka Municipal Museum of Art, das Kirishima Open-Air Museum, den TGV-Bahnhof Lille-Europe in Frankreich, dem Beverly Gardens Park in Beverly Hills sowie ein Wandgemälde für eine U-Bahn-Station in Lissabon.

Kusama in der „25“-Ausstellung in München

Im MUCA ist in der aktuellen Jubiläumsausstellung aus der Serie „Infinity Net Paintings“ Kusamas Ölgemälde „Nets Infinity“ (1997) zu sehen. 

Dieses kann innerhalb des Spannungsfelds zwischen natürlicher Schöpfung und Massenproduktion, zwischen
ursprünglicher und nachgebildeter Form verortet werden. Durch leichte Permutationen einer festen Form gelang es Kusama, Muster zu erzeugen, die gleichzeitig formelhaft und unberechenbar, mechanisch und organisch, konstant und ständig wechselnd sind.

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